Kurs „Funktionale Anatomie“ mit Gesa Meier-Bidmon
Funktionale Anatomie – was ist das? Vier Beine, Hals, Rücken und Kruppe? Alles idealerweise einigermaßen zusammen passend?
Ca. 20 Kursteilnehmer ließen sich am Wochenende vom 2./3. April 2011 von Gesa Meier-Bidmon und ihrem Mann Thomas eines besseren belehren. Auf der Anlage des PSV Freystadt am Kiesenhof konnten wir uns überzeugen, dass zum Athleten Pferd einiges mehr dazu gehört als Beine, Hals, Rücken und Kruppe. Gesa erklärte erst theoretisch mit vielen Bildern das Pferdeskelett, zeigte Deformationen und erklärte, wie diese entstehen können. Dabei legte sie großen Wert auf die Rückenpartie des Pferdes und deren Gesunderhaltung – schon hier wurde deutlich, wie wichtig dieser Bereich ist und wie viel rittiger ein Pferd mit idealen Rückenverhältnissen ist. Viele anatomische Unterschiede vom Warmblut zum Quarter Horse über Isländer oder Zugpferde wurden deutlich herausgearbeitet – haben die unterschiedlichen Rassen ja auch ganz verschiedene Einsatzzwecke.
Nach der Theorie ging es dann an die Praxisbewertung. Verschiedene Pferde aller Altersklassen wurden dem Kurs vorgestellt. Mit Kreide bewaffnet, zeigte Gesa uns am Pferd worauf es bei einem Athleten ankommt. Die richtigen Proportionen entscheiden schon im Fohlenalter über die spätere Rittigkeit. Es wurde gemessen, angezeichnet und in der Bewegung analysiert. So konnten wir Teilnehmer mit der Zeit alle die Unterschiede der Pferde mit deren Schwachstellen und Kompensationsmöglichkeiten erkennen. Gesa genügte natürlich ein kurzer Blick – wir brauchten da schon ein bisschen länger. Aber unter der kompetenten Anleitung sahen wir alle, an welchen Stellen sich der Rücken in der freien Bewegung hebt und ob eventuelle Blockaden vorhanden waren.
Am zweiten Tag referierte Gesa Meier-Bidmon über Zuchtziele, Diagnose der Mutterstuten und der dazu passenden Hengste. Danach ging es wieder in die Praxis und wir durften jetzt selbst mit Kreide die „Anschauungsobjekte“ in Gruppen bewerten – natürlich stand unsere Kursleiterin auch hier immer mit Rat und Tat bei Seite.
Eine Quintessenz des Kurses war, dass es das „perfekt gebaute“ Pferd extrem selten gibt. Aber der Trost für alle Pferdebesitzer ist, dass auch nicht viele Pferde im absoluten Spitzensport laufen müssen. Und die breite Masse hat zwar anatomische Schwachstellen, kann diese aber im Allgemeinen gut kompensieren. 
Alles in Allem können wir Teilnehmer auf einen wirklich extrem lehrreichen Kurs zurückblicken. Am Ende des zweiten Tages waren wir alle „voll bis unters Dach mit neuen Informationen“. Und wir waren uns einig – diesen Kurs kann man auch gut noch einmal besuchen ohne sich zu langweilen! Vielen Dank Gesa und Thomas für Eure wirklich kompetente Betreuung! Hoffentlich bis bald mal wieder
Mara Nunner, PSV Freystadt |