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30
Aug
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One Horse, One Rider, Five Events PDF Drucken

Ein Bericht vom 2. Versatility Ranch Horse Cup Turnier auf der Sherwood Ranch in Niedertaufkirchen.

„Versatility Ranch Horse“, werde ich oft gefragt, „ist das was Neues?“ „Nein“ sage ich dann immer. „ist was ganz Altes. Das gibt’s schon seit mindestens 150 Jahren.“ Back to the roots, oder zurück zu den Wurzeln des Westernreitens, so würde ich es bezeichnen. Auf diesen Turnieren tragen die Reiter/innen Blue Jeans und Hemden. Die Ausrüstung ist schlicht und zweckmäßig. Glitzi-blitzi ist nicht erwünscht, Hufpolitur zum Beispiel sogar explizit verboten. Und oftmals baumeln diese komischen Seilrollen an den Sätteln: Lassos, sagen die meisten, Ropes, die Insider. Es war also Rancharbeit angesagt, an diesem einzigen heißen Wochenende im August. Neun Teilnehmer ritten die komplette Prüfung und vier weitere hatten sich für Einzeldisziplinen gemeldet. Es versprach also, ein interessantes Wochenende zu werden. Das Turnier begann kurz nach Mittag mit der Ranch Riding, die in der Gruppe – ähnlich einer Pleasure - geritten wurde. Unser Richter, Harald Schmitz, ließ uns und die Pferde richtig arbeiten. Eine Runde extended Trott oder Lope folgte der anderen. Schweiß floss literweise auf den Boden, von dem jetzt vermutlich Salz abgebaut werden kann.  Endlich zeigte er  Erbarmen mit unseren völlig dehydrierten Körpern und rief uns ins Line up. Nach der Siegerehrung – jede Disziplin wurde separat geehrt – durften wir uns dann ca. 20 Minuten erholen.

 

Der Ranch Trail war draußen aufgebaut und beinhaltete  Hindernisse, VRH Niedertaufkirchendie dem Ranchalltag nachgestellt waren.: Tor öffnen und schließen, einen dicken Baumstamm überklettern, Jog über Stangen, Rückwärts L, Sidepass, Ground tying, eine große Stoffkuh auf dem Pferd transportieren, die Ropingfähigkeit von Pferd und Reiter demonstrieren, einen Schlitten auf einer 8 ziehen und eine Brücke überqueren. Insgesamt 12 Starter stellten sich der Herausforderung und meisterten den relativ langen Parcour ohne große Probleme. Insbesondere, das Transportieren der Stoffkuh auf dem Widerrist des Pferdes nahmen die Pferde gelassen hin und machten ihren Job, wie es sich gehört. Ranchpferde eben. Nach ca. 2 Stunden waren alle durch und es kam wieder zur Siegerehrung. Ab jetzt wurde immer fleißig gerechnet, denn beim Versatility Ranch Horse werden wie beim All–Arround–Champion die Punkte zusammengezählt. Der erste Tag war geschafft. Zumindest was das Versatility Ranch Horse betraf.

 

Am Abend fand die rancheigene Cow-Horse-Night statt, bei der Cattle-Penning und Team-Sorting mit jeweils 2 Durchgängen geritten wurden. Da es jeweils einen hohen Jackpot zu knacken galt, spielten sich dramatische und emotionale Szenen ab, die ich jedoch aus Rücksicht auf Kinder und Leser mit schwachen Nerven nicht weiter beschreiben werde. Nur soviel sei gesagt: Diese Cow-Horse-Night machte den Zuschauern, Reitern, Pferden und vielleicht sogar den Rindern sehr viel Spaß!

 

Am nächsten Morgen ging’s dann wieder ernst und feierlich weiter: Ranch Confirmation stand auf dem Zeitplan. Bei dieser Prüfung werden die Pferde an der Hand im Schritt und Trab vorgestellt und anschließend im Stand bemustert. „Stillgestanden“ heißt hier das Motto. Und was tut ein gutes Ranchpferd wenn es nix zu tun gibt: Richtig, es ruht sich aus, oder fällt völlig in den Schlaf, wie mein guter alter Leo. Somit bestand meine Hauptaufgabe darin, mein Pferd durch unauffällige Aktionen wach zu halten.

 

Drei der fünf Prüfungen waren also geschafft. Jetzt kamen die beiden Rinderdisziplinen an die Reihe. Los ging’s mit Ranch-Cutting. Hierbei muss der Reiter ein bestimmtes Rind aus einer Herde aussondern, von der Herde fernhalten –

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die eigentliche Cuttingarbeit -  und anschließend in einen Pen treiben. Ein gutes Cutting-Pferd setzt sich bei seiner Arbeit tief auf die Hinterhand, senkt den Kopf um mit dem Rind in die Augen schauen zu können, vergisst Raum und Zeit und wird eins mit dem Rind. Mit katzenhaften Bewegungen springt es nach links und rechts, um dem Rind seinen Rückweg zur geliebten Herde abzuschneiden. Für diese Pferde ist es ein Spiel, wie Katz und Maus. Leider ist dieser Spieltrieb nicht bei allen Pferden ausgeprägt und so kam es auch manchmal vor, dass das Rind zurück zur Herde laufen konnte um sich dann im hintersten Winkel verstecken zu können. Der Richter, beziehungsweise der Ringstewart notiert dann auch gleich jedes Mal fünf Punkte auf der Soll-Seite des Score Sheets.

 

Die fünfte und letzte, die Working Ranch Horse, ist die Königsdisziplin beim Versatility Ranch Horse. Sie besteht in sich noch mal aus drei Teilaufgaben: Der Dry-Work, der Fence-Work und der Rope-Work. Pferd und Reiter müssen hellwach und gut trainiert sein, sonst gibt’s Penalties und Null-Scores ohne Ende. Letztendlich haben auch diese Disziplin alle gut und sicher bewältigt und es kam zur finalen Siegerehrung. An der Meldestelle glühten die Computer und in der Arena glühten die Köpfe der Reiter, bis endlich die Platzierungen und die Gesamtpunkte bekannt gegeben wurden. Immerhin geht es ja um ein schönes Buckle, das im Rahmen dieser Cup-Serie ausgeritten wird.

 

Nach einem kurzen Feed-back Gespräch mit dem Richter, einem verspätetem Mittagessen und viel Fachsimpeln war auch diese Turnierwochenende wieder zu Ende. Und ich weiß, dass sich alle Teilnehmer schon auf das dritte Cup-Turnier freuen.

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Die Teilnehmer von links nach rechts: Antje Bartkowiak, Karin Fürst, Manuela Heim, Nicole Magyar, Barbara Wagner, Carolin Baare, Siegfried Jahnel, Josef Fuchs, Carolin Eisenreich